Die Arbeitsmarktdaten enttäuschen

03.07.2009 - 12:38

03-07-09Der Appetit der privaten Anleger verzeichnet wenig Rückgang nach der Meldung eines privaten Händlers für Goldbarren, dass der Besitz von physischem Gold in der ersten Hälfte des Jahres 2009 um 40 % abgenommen hat. Der Grund für den anhaltenden Appetit ist eine starke Skepsis, dass die quantitativen Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft keine aus sich selbst schöpfende Erholung bringen werden, sondern viel eher zu einer Inflation führen werden (makroökonomisch kann die Erhöhung der realen Geldmenge durch die Zentralbanken zu einem kurzfristigen Outputwachstum führen, aber eine größere Geldmenge führt auch zu Inflation – siehe IS-LM-Modell).

Trotz dieser Fakten hat der Spot Goldpreis gestern aus verschiedenen anderen Gründen ein wenig an Wert eingebüßt. Erstens ist der Juli traditionell ein sehr unaufregender Monat im Goldhandel. Weiters heißt es einige Gewinne vor den Feiern des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 4. Juli zu realisieren. Drittens hat sich auch der US-Dollar ein klein wenig erholt, nachdem die NFP Arbeitsdaten schlechter als erwartet ausgefallen sind. Die NFP Daten legen nämlich nahe, dass der Arbeitsmarkt doch noch unter starkem Druck steht, was auf der anderen Seite die Gefahren der Inflation dämpft (makroökonomische Modelle wie die Philippskurve belegen sehr starken Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosenquote), sprich dem Dollar Aufschub gibt.

Die Konsequenz war ein Rückgang des Goldkurses um 9,26 $ auf einen Wert von 931,49 $ / Unze (Wert New York Stock Exchange).

Aus der technischen Sicht konnte der Goldpreis eindeutig über dem Tiefstand des letzten Monats schließen. Also trotz der langen Lunte der gestrigen Kerze und der schlechten Nachrichten für die fundamentale Analyse sieht das langfristige Bild für den Goldkurs immer noch sehr gut mit einer Bewegung nach oben aus, denn der Kurs hält sich auch gut über dem 9-Monats und 14-Monats gleitenden Durchschnitt.

Aber um zu der täglichen Betrachtung des Goldcharts zurück zu kommen, kann man sagen, dass die gestrige Lunte wirklich keine Überraschung war, nach der Veröffentlichung der NFP Daten. Für alle Goldeinkäufer kann es aber motivierend wirken, dass der 9-Tages (933,96 $, siehe schwarze Linie) und der 14-Tages gleitende Durchschnitt (933,42 $, siehe blaue Linie) Support angeboten haben und der Preis des Goldes nicht so stark gefallen ist, wie erwartet wurde.

Da die gleitenden Durchschnitte immer näher aneinander gerückt sind und heute in New York die Börsen geschlossen sind, kann man wohl nichts anderes erwarten als eine Seitwärtsbewegung und wir werden den Anfang der nächsten Woche abwarten müssen um Hinweise für die kurzfristige Prognose zu erhalten.

Nur ein Durchbrechen des starken Widerstandslevels bei 940 $ der sich nun schon so oft als Hürde herausgestellt hat, kann ein wirklich positives Zeichen darstellen. Die Grenzen für einen Fall des Goldpreises dürften die Unterstützungspreise von 925 $ oder 920 $ sein.

Wir wünschen allen ein schönes Wochenende auch wenn bei uns nicht der 4. Juli gefeiert wird.

Intra Day Unterstützungspunkte:

  1. Unterstützung: 926,20 $ (Tiefpunkt gestern)
  2. Unterstützung: 917,85 $ (Tiefpunkt vom 22. 06. 2009)
  3. Unterstützung: 912,70 $ (Tiefpunkt vom 23. 06. 2009)

Intra Day Widerstände:

  1. Widerstand 941,10 $ (Hoch gestern)
  2. Widerstand 958,20 $ (Hoch vom 12. 06. 2009)
  3. Widerstand 961,87 $ (Hoch vom 11. 06. 2009)

(Quelle: http://spot-gold-price.org/Thanks to Anna!)

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