Die bewegte Vergangenheit des Krügerrands

19.05.2009 - 14:54
Kruegerrand Goldmünzen

Kruegerrand Goldmünze

Die Geschichte des südafrikanischen Krügerrands beginnt im Jahre 1967, als die Pretoria Mint anfing, die Münze mit einer jährlichen Auflage von je 40.000 Stück zu produzieren. Damals hatte man vor allem einen Hintergedanken, man wollte das Gold aus Südafrika besser vermarkten und es dem Weltmarkt näherbringen.

Zudem war der Krügerrand damals etwas ganz Besonderes, denn keine andere Goldmünze wurde bis dato mit genau einer Feinunze Gold gehandelt. Das heißt, der Krügerrand stellte eine neue Möglichkeit der Goldanlage dar. Vor allem in den Vereinigten Staaten, wo es Privaten verboten war, Gold anzulegen, war der Krügerrand eine kleine Revolution für Investoren, denn ausländische Münzen zu besitzen, galt schließlich als vollkommen legal.

Man kann sich vorstellen, wie begehrt die südafrikanische Goldmünze schon nach wenigen Jahren war – bereits 1970 hatte sich die jährliche Produktion des Krügerrands mehr als verfünffacht.

1980 führte man neben dem Krügerrand mit dem Gewicht einer Unze auch noch drei weitere Größen der Münze ein. Von nun an waren auch Münzen mit ½, ¼ und einer 1/10 Unze erhältlich. Diese Maßnahme sollte den Absatz des Krügerrands noch weiter in die Höhe treiben.

Aber seit Anfang der 1970er Jahre wurde zusehends mehr auf die politische Situation in Südafrika aufmerksam gemacht und im Jahre 1986 war es schließlich so weit, dass die USA und der Großteil Westeuropas die Einfuhr südafrikanischer Produkte endgültig untersagten, um den Druck auf die Regierung Südafrikas zu erhöhen und auf diese Weise ein Ende der Apartheid herbeizuführen.

südafrikanischer Kruegerrand

südafrikanischer Krügerrand

Dieses Einfuhrverbot hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf den Krügerrand, der im Laufe der folgenden Jahre schwer zu kämpfen hatte und beinahe vollkommen an Bedeutung verlor. So wurden im Jahre 1995 nur mehr 8.285 Münzen mit je einer Unze geprägt – 25 Jahre früher waren es genau 211. 018 Stück.

Die Schweizer Banken nutzen diese Schwäche des Krügerrands erfolgreich aus und offerierten damals zahlreichen Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Krügerrand gegen die kanadische Maple Leaf Münze zu besten Konditionen einzutauschen.

Da sich damals niemand wirklich sicher war, ob der Besitz und der Handel von Krügerrands überhaupt noch erlaubt war, hatten die Banken ein leichtes Spiel, und das obwohl der Krügerrand im Grunde nach wie vor legal gehandelt werden durfte.

Vor zehn Jahren, als die Rassentrennung in Südafrika endgültig aufgehoben wurde, begann man wieder, mehr Krügerrands zu produzieren und zu handeln.

Auch wenn in den Jahren davor zahlreiche Münzen eingeschmolzen wurden und das Land der Apartheid dem Krügerrand einen bitteren Beigeschmack verliehen hatte: Heute, fast zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid, zählt der Krügerrand wieder zu den begehrtesten und am meisten verbreiteten Goldanlagemünzen weltweit.

Das liegt zum einen vor allem daran, dass die Auflage des Krügerrands in den 1970ern und 1980er so hoch war, dass er sogar die lange Krisenzeit überstehen konnte, zum anderen wird die 22 Karat Goldmünze mit einem Aufpreis von nur 5 % gehandelt wird.

Das ist für viele Investoren selbstverständlich ein Grund, zum Krügerrand zu greifen, denn Gold bleibt schließlich Gold.

Verfasst von Analyst | Kategorien: Allgemein | Tags:, |
Teile mit anderen:
Ein Kommentar bis jetzt | Hast Du etwas hinzuzufügen?!
  1. Goldpreis seitwärts und dann kurzfristig bergab? | Gold-handeln.de
    Juni 29th, 2009 at 12:38 #

    [...] Verfalls der Nachfrage nach physischem Gold(physisches Gold wären zum Beispiel Goldbarren oder der Krügerrand). Die Seitwärtsbewegung blieb nämlich trotz dem leicht positiven Signal der PBOC anhaltend. Die [...]

Hinterlasse Dein Feedback

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>