Doch mal besser den Wochenchart auspacken
Die starke Erholung des US-Dollars und die Daten der NFP (Non Farm Payroll – Statistik zum amerikanischen Arbeitsmarkt), die besser als erwartet ausgefallen sind, begründen den starken Abfall des Goldpreises, da sich das Interesse der Investoren an sicheren Anlagen zu vermindern scheint.
Die positiven Zahlen zum Arbeitsmarkt waren in jedem Fall besser als der Markt sich das erträumt hätte, aber auf der anderen Seite räumt dies keinesfalls die Inflationsängste aus dem Weg (siehe dazu auch Philippskurve). Folglich werden wir ziemlich wahrscheinlich einem sehr volatilen Markt entgegenblicken, der sich nur mit sehr starken Kurven in Richtung 1.000 $ Marke bewegen wird.
Nachdem die Arbeitslosenzahlen bekannt wurden, hat der Goldpreis 23,21 $ / Unze verloren und die Kerze am Tagesende hat einen weiten Balken, der nach unten zeigte, dargestellt. Zudem wurden auch der 9-Tages und 14-Tages gleitende Durchschnitt unterschritten.
Wir haben uns gedacht, wir greifen für eine weitere Analyse auf den Wochenchart zum Goldpreis zurück. Denn die hohe Volatilität von Freitag sollte jetzt am Wochenstart doch vielleicht in einer etwas anderen Relation auch gesehen werden. Immer nur den Tunnelblick auf die Charts eines Tages zu behalten, kann gerade für die langfristigeren Strategien nicht immer das Beste sein, denn man vergisst teilweise einfach, dass es noch andere wichtige Daten gibt.
Die erste und wichtigste Schlussfolgerung aus dem Wochenchart ist bestimmt, dass der Bereich um die 1.000 $ eine starke Bedeutung hat. Wir können allein drei Versuche sehen, diese Marke zu durchbrechen. Der vierte Versuch könnte gerade im Gange sein und so ist diese Marke bestimmt auch auf die lange Sicht hin von großer Bedeutung und nicht einfach nur psychologisch wertvoll.
Der Goldchart hat große Ähnlichkeit mit dem Forex-Paar US-Dollar/kanadischer Dollar, wo es ebenfalls viele fehlgeschlagene Versuche mit der Zahl 1,30000 gab, dann ging es stark nach oben um einen ebenfalls dramatischen Absturz folgen zu lassen.
Wir sehen jetzt nicht unbedingt die gleiche Entwicklung beim Goldpreis vor uns, aber es ist doch ein Beweis dafür, welche große Rolle solche Zahlen spielen können, noch mehr wenn gescheiterte Versuche dem Durchbrechen vorausgegangen sind.
Zweitens sollte man in jedem Fall daran denken, dass nach den steigenden Kursen der letzen Woche eine kleine Kurskorrektur des Goldpreises keine große Überraschung darstellt. Die letzte Kerze der Wochenbetrachtung zeigt einen Schatten nach unten und einen dunklen Docht nach oben, was einen weiteren Kursabfall diese Woche nahe legt.
Eine positive Information, die uns die Wochenbetrachtung liefert, ist der Fakt, dass wir schon noch einiges an Strecke zurücklegen müssen, bevor der 9-wöchentliche oder 14-wöchentliche gleitende Durchschnitt nach unten hin durchbrochen wird. Sollte dies aber geschehen ist in jedem Fall ein Abfall bis zu einem Level von cirka 925 $ – 930 $ wahrscheinlich und auch diese Stufe dürfte dann auf die Probe gestellt werden, ob sie als Fangnetz dient.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Abfall von Freitag zwar einen Schock für den Markt dargestellt hat, aber in Betrachtung des Wochencharts keine große Überraschung war und wir sollten uns immer selbst ermahnen auch diesen Wochenchart zu betrachten, wenn wir längerfristige Trends und längerfristige Strategien ins Auge fassen wollen.
Da essentielle Wirtschaftsdaten jetzt langsam ein Abflauen der Rezession anzeigen, kann man auf dem Goldmarkt wohl noch öfter hohe Volatilität erwarten, gerade wenn in den nächsten Monaten Daten veröffentlicht werden, die diese positive Wirtschaftsentwicklung weiter bestätigen.
Man muss dazu sagen, dass derzeit viele Analysten Probleme haben die Wellen die der Goldpreis macht zu erklären, gerade vor dem Hintergrund der wieder ansteigenden Risikobereitschaft der Anleger.
Wir sehen nur eine Antwort und zwar, dass die Ängste eine Deflation jetzt ziemlich schnell den Ängsten einer Inflation Platz gemacht haben, die durch eine sich erholende Wirtschaft alle sehr unvorbereitet treffen könnte.
In den nächsten Monaten könnte ein ziemlich harter Ritt auf dem Goldkurs auf uns zukommen.
Der kurzfristige und langfristige Trend zeigt nach oben, während der mittelfristige seitwärts zeigt.
Intra Day Unterstützungspunkte:
- Unterstützung: 952,44 $ (Tiefpunkt Freitag)
- Unterstützung: 944,00 $ (Tiefpunkt vom 28. 05. 2009)
- Unterstützung: 940,60 $ (Tiefpunkt vom 26. 05. 2009)
Intra Day Widerstände:
- Widerstand 962,42 $ (14-Tages gleitender Durchschnitt)
- Widerstand 967,82 $ (9-Tages gleitender Durchschnitt)
- Widerstand 982,80 $ (Hoch vom 04. 05. 2009)
(Quelle: http://spot-gold-price.org/ – Thanks to Anna!)
