Gold Trading mit EMA/SMA und MACD
Das Gold Trading kann man auf verschiedene Art und Weise betreiben. Ich trade den Spot Gold-Markt am liebsten im etwas geringeren Timeframe. Da hierbei die Kursspitzen und generell die Schwankungen sehr hoch ausfallen, bedarf es einem sinnvollen System für ein erfolgreiches Gold Trading. Das System, mit dem ich z.Zt. diskretionär XAU/USD handle, ist einer bekannten englischsprachigen Seite entnommen und trägt den Namen “2 Cross System” und hat das folgende Setup:
- Candlestick Charts
- am besten 30 Minuten Timeframe
- EMA(5)
- SMA(15), SMA(100), SMA(200)
- MACD(12,26,9)
Das war’s auch schon. Das fertige System sollte nun so ungefähr aussehen (dieser Screenshot zeigt allerdings ein Setup im M15, ich bin mittlerweile aber dazu übergegangen, eher im M30 zu traden):
Der Einstieg findet statt, wenn EMA(5) und SMA(15) sich kreuzen oder gekreuzt haben UND die MACD Linien sich kreuzen oder gekreuzt haben. Es sollte zwischen den beiden Kreuzungen jeweils nur maximal 3-6 Candles liegen, da ansonsten die beiden Ereignisse nicht in direkte Korrelation gebracht werden können.
Niemals einsteigen, wenn: Die Kreuzung zweier Signallinien gerade erst stattfindet und die Kerze, die dafür verantwortlich ist, noch nicht abgeschlossen ist! Da es sich bei den Oszillatoren um jene handelt, die meistens auf den Schlusskurs (close) der Kerze im aktuellen Timeframe berechnet werden, wäre es natürlich auch etwas doof, diese schon als Indikator für den Kauf oder Verkauf heranzuziehen, bevor überhaupt schon definitiv bekannt ist, wo der Schlusskurs der aktuellen Candle überhaupt liegt! Das kann während die Kerze sich ausbildet natürlich noch in die entgegengesetzte Richtung umschlagen.
Auch sollte der Kurs mindestens ~80 PIPS entfernt von dem SMA 100 oder 200 liegen. Dies dient ganz einfach dazu, nicht in einer Konsolidierungsphase einzusteigen! Auch neigt der Kurs dazu, vom SMA100 oder 200 je nach verwendetem Zeitfenster “abzuprallen”. So ein Kursverhalten sollte natürlich nicht auftreten, wenn man gerade erst in den Handeln eingestiegen ist – denn dann ist schnell der Stop Loss erreicht. Bei der Anwendung dieses Systems auf den Währungshandel kann dieser Wert natürlich entsprechend angepasst, in der Regel mindestens halbiert, werden. Die 80 PIPS gelten für XAU/USD. Bei Silber (XAG/USD) würde ich diesen Wert eher noch vergrößern, da hierbei die PIPS Spanne bedeutend größer ist.
Bei Kreuzungen des Kurses mit dem SMA 100 oder 200 ist extremste Vorsicht geboten. Eine Kreuzung mit einem dieser gleitenden Durchschnitte kann einen starken Ausschlag in die eine oder die andere Richtung geben. In solchen Situationen sollte man also auch abwarten, ob die “durchstoßende Kerze” sich komplett ausgebildet hat und abgeschlossen ist. Wenn die nächste Kerze keine Anzeichen eines gewaltigen Pullbacks macht der dann wiederrum die gleitenden Durchschnittslinien berührt oder passiert, kann man gemäß der obigen Signale einsteigen.
Für den Aussieg aus einem Handel stehen dem Trader verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder man setzt sich ein festes PIPS-Ziel (was ich persönlich suboptimal finde, aber es kann bei manchen Trader-Typen sinnvoll sein), man arbeitet mit Trailing Stops (wenn der Broker diese unterstützt – andernfalls muss man manuell die Stops immer gemäß fester Regeln nachziehen) oder man wartet abermals auf einenn “Cross” als Ausstiegsindikator. Dafür empfiehlt es sich allerdings, eventuell nicht auf zwei Kreuzungen wie beim Einstieg zu warten sondern lediglich ein Cross abzuwarten und dann auszusteigen. Dies kann über einen EMA/SMA Cross oder MACD Cross stattfinden. Ich rate nicht dazu sich bei der Wahl des Ausstiegssignal-Crosses im Vorfeld festzulegen. Da beide Indikatoren so genannte “lagging” (also “nachziehende”) Indikatoren sind, sollte die erstbeste Kreuzung genommen werden um nicht einen Verlust der Buchgewinne zu riskieren. Wobei anzumerken ist, dass da natürlich ebenfalls der verwendete Timeframe eine Rolle spielt. Je geringer der gewählte Timeframe ist desto häufiger treten Kreuzungen der Signallinien auf und desto stärker sollte diese auf richtige Ausstiegssignale gefiltert werden. Bei den höheren Timeframes verhält es sich natürlich genau umgekehrt.
Als Zeitfenster sollte man einen Bereich wählen, der nicht allzu gering ist. Ein Backtest dieses nicht optimierten Systems, hat ergeben, dass seit der Finanzkrise letztes Jahre das System am besten im M30 funktioniert. Getestet wurden die Timeframe M1, M5, M15, M30, H1, H3 und H4. Für die eher langfristig orientierten Trader kann aber auch die Verwendung dieses Systems im Tageschart gewinnbringend sein. Generell gehe ich auch eher davon aus, dass der 15- oder 30-Minuten-Chart die absolute Untergrenze für dieses System in der hier besprochenen Form darstellen sollte. In einem höheren Timeframe sollte dieses System grundsätzlich eher stabiler als instabiler funktionieren. Allerdings sollte sowieso jeder Trader durch Tests im Demo-Konto sein persönliches Setup finden. Dabei wünsche ich Euch viel Erfolg!

