Zusammenhänge mit Gold brechen?

25.06.2009 - 11:57

Der Zusammenhang zwischen einem schwachen Dollar und einem dementsprechend steigenden Goldpreis scheint gestern ignoriert worden zu sein. Der Spot Goldpreis ist um 7,72 $ angestiegen und hat bei einem Kurs von 932,62 $ / Unze geschlossen, obwohl der US-Dollar gestern durch die Ergebnisse des FMOC-Meetings gestärkt wurde. Die gestrige Entscheidung des amerikanischen Offenmarktausschusses den Leitzins gleich zu belassen, kommt für viele überraschend, da nach den Aussagen vom April zur Eindämmung der Deflation, ein viel entscheidender Schritt erwartet wurde.

Welchen Einfluss der Leitzins auf den Goldmarkt hat, bleibt fraglich. Viel mehr von Bedeutung ist die immer weiter verbreitete Erkenntnis, dass der Goldmarkt ein Nachschubproblem bekommen würde, falls eine erhöhte Nachfrage auftreten sollte.
Hier wollen wir ein sehr interessantes Videointerview(auf Englisch) mit Evy Hambro verlinken. Dieser Herr managt den 2 Milliarden Pfund Sterling großen „Blackrock Gold and General“ Fonds und erklärt in diesem Video, warum es sehr wahrscheinlich ist, dass der Spot Goldpreis bald die 1000 $ Marke sprengen wird.

Aus einer technischen Sicht müssen wir jetzt verschiedene Zusammenhänge, aber gleichzeitig auch widersprüchliche Signale beachten, falls wir die mögliche Entwicklung der nächsten Monate betrachten wollen. Es könnte zum Beispiel ein wirklicher Bruch des Zusammenhangs zwischen Gold und dem US-Dollar und Gold und Silber, der weniger besteht, auf uns zukommen. Dieser Bruch zwischen Gold und Silber war schon vor einiger Zeit voraussehbar, als die Kerze des Goldcharts ein schwaches Signal nach oben zeigte, während die Kerze des Silbercharts gar kein eindeutiges Signal erkennen lies.

So, wie können wir nun die gestrige Kerze beurteilen? Zuerst kann man eine Reaktion auf die „hammer“-Kerze von Montag sehen durch diesen doch eindeutigen Anstieg. Aber bevor die Goldeinkäufer zu optimistisch werden, möchten wir doch 2 Signale, die zu Vorsicht raten, aufzeigen. Das erste dieser Signale ist die letzte Kerzendarstellung von gestern, die am oberen Ende sehr schwach aussieht. Das zweite Signal ist der fehlerhafte Versuch den 14-Tages gleitenden Durchschnitt oder den Widerstandslevel von 940 $ zu durchbrechen. Darüber hinaus stehen der 14-Tages und 40-Tages Durchschnitt kurz davor sich zu schneiden und auch der Schlusskurs von gestern liegt nicht einmal über dem 9-Tages gleitenden Durchschnitt.

Auf einen ein wenig längeren Blick gehen wir davon aus, dass sich Gold wieder nach oben bewegen wird, um beim Level von 980 $ noch einmal inne zu halten und dann wieder in den vierstelligen Bereich aufzusteigen.
Aber für zeitnahe Spekulationen oder überhaupt Intra-Day machen die sich ändernden Wechselwirkungen und das sich ändernde Umfeld den Goldmarkt sehr schwierig.

Der kurz- und mittelfristige Trend ist seitwärts, während der langfristige Trend weiterhin nach oben zeigt.

Intra Day Unterstützungspunkte:

  1. Unterstützung: 921,65 $ (Tiefpunkt gestern)
  2. Unterstützung: 912,70 $ (Tiefpunkt vom 23. 06. 2009)
  3. Unterstützung: 904,65 $ (Tiefpunkt vom 08. 05. 2009)

Intra Day Widerstände:

  1. Widerstand 941,30 $ (Hoch gestern)
  2. Widerstand 943,15 $ (Hoch vom 17. 06. 2009)
  3. Widerstand 958,20 $ (Hoch vom 12. 06. 2009)

(Quelle: http://spot-gold-price.org/Thanks to Anna!)

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